Regelverstöße stellen ein bewusstes und beabsichtigtes Verhalten dar, das nicht als unbeabsichtigtes Versehen und somit auch nicht als Fehler wahrgenommen wird. Verkehrsregeln werden daher häufig nur eingehalten, weil ansonsten Strafen drohen. Ob eine Regel befolgt wird, hängt also zum einen vom Wissen um diese und zum anderen von der Akzeptanz durch Verkehrsteilnehmende ab. Die Entwicklungsaufgabe „Erwerb emotionaler Unabhängigkeit von Eltern und anderen Erwachsenen“ fordert von den Jugendlichen die Ablösung von Erwachsenen, auch gegen deren Widerstand. Diese Aufgabe korrespondiert mit der Entwicklungsaufgabe „Aufbau neuer und reifer Beziehungen zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts“. Allerdings scheint es sich hier nicht um einen gleichförmigen Prozess zu handeln, sondern die Eltern werden für einen bestimmten Zeitraum gleichrangig neben Gleichaltrigen als Ansprechpersonen gewählt. Inzwischen geht man in der Entwicklungspsychologie eher von einem Umbau des Rollenverhältnisses zwischen Eltern und Kindern aus. Dabei wandelt sich die Eltern-Kind-Beziehung in eine Beziehung auf Augenhöhe zwischen Eltern und Heranwachsenden. Zentrale Themen der Entwicklung werden weiterhin vorrangig mit den Eltern diskutiert (Werte, Beruf, Politik, Lebensplanung), wohingegen die Peergroup maßgeblicher für die Lebensbereiche Freizeit, Freunde, Mobilität und intime Partnerschaften wird. Insofern sind die in der Verkehrsforschung häufig diskutierten Generationentransfereffekte mit Vorsicht zu betrachten. Eltern mögen für das Verkehrsverhalten als wichtiges Vorbild dienen, aber verkehrs- und fahrzeugbezogene Einstellungen im Hinblick auf das Fahrzeug als Instrument für Freizeit, Partnerschaft und Freunde werden eher über die Peergroup vermittelt. Diesen Umstand macht sich das vorliegende Konzept des „Kompetenz und Empathie Trainings“ zu Nutze, indem über Akzeptanz von Regeln im sozialen Miteinander zur Akzeptanz von Regelungen im Straßenverkehr unter Einbindung der Peergroup übergeleitet wird, um einen wichtigen Perspektivwechsel zur Steigerung der Akzeptanz von Regeln zu erzielen
TitelTitel
- Liste
Kompetenz- und Empathietraining
Titeldetails
- TitelKompetenz- und Empathietraining : Teil 1 – Regelakzeptanz
- herausgebende Institution
- Erschienen
- Umfang8 Seiten
- Anmerkungauch im Präventionsportal "Deine Wege" unter Lehrmaterial: https://www.deinewege.info/bildung/sekundarstufe-2/
- SpracheDeutsch
- DokumenttypPraxishilfen, Leitfäden
- Schlagwörter (DE)
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- Quelle/TitelDeutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.: Kompetenz- und Empathietraining : Teil 1 – Regelakzeptanz. 2026. / WISOM Standard